Selbstzweifel sind leise. Sie kommen selten sofort dramatisch daher. Oft beginnen sie als ein kleiner Gedanke, der immer lauter wird und sich mehr und mehr in unseren inneren Dialog hineinbohrt:
„Bin ich wirklich gut genug dafür?“
„Wer bin ich schon, das machen zu können?“
„Vielleicht sollte ich noch warten… (bis ich besser bin :-)“
Und ehe wir es bemerken, hat sich aus einem Gedanken eine hartnäckige innere Stimme geformt. Eine Stimme, die bewertet, vergleicht, relativiert und uns langsam von uns selbst entfernt.
Doch was wären wir ohne diese Selbstzweifel?
Und sind sie wirklich nur unser Gegner?
Die Schattenseite unserer Selbstzweifel
Selbstzweifel ziehen Loops: Ein Gedanke führt zum nächsten. Aus „Vielleicht reicht es noch nicht“ wird „Ich bin nicht bereit“ und daraus „Ich kann das nicht“ oder „Ich fang erst gar nicht damit an“!
Unsere Gedanken erschaffen innere Bilder. Diese Bilder erzeugen Gefühle. Diese Gefühle beeinflussen Entscheidungen. Diese Entscheidungen formen unsere Realität. Das wissen wir schon… OK!
So entsteht eine Spirale nach unten und wir beginnen, uns selbst zu misstrauen und kleinzureden.
Dann sprechen wir von Glaubenssätze, auch Konditionierungen, Schatten, Prägungen oder innere Muster genannt. Im Kern ist es dasselbe: Wir übernehmen Bewertungen, die ursprünglich nicht immer unsere sind und bedienen uns an:
• Vergleichen & Kleinmacherei
• Leistungsdruck & Erwartungen
• Normen & Reglen
Denn unsere Gesellschaft misst viel an Leistung, Geschwindigkeit, Sichtbarkeit und Ergebnis nach dem Motto:
• Wer zweifelt, wirkt unsicher.
• Wer nicht schnell genug ist, ist langsam und ineffektiv.
• Wer zu viel fühlt, gilt als weich oder hochsensibel.
Also lernen wir früh:
Zweifel sind gefährlich oder wir glauben, sie seien die Wahrheit über uns.
Das Positive an unseren Zweifeln!
Sie zeigen uns, wo wir uns noch nicht sicher fühlen, wo wir Potenzial zum Wachtum haben, wo wir an einer Schwelle stehen. Selbstzweifel entstehen oft genau dort, wo wir unser Potenzial berühren und wachsen dürfen – sofern wir es als solches verstehen. Denn Wachstum bedeutet, Neuland zu betreten und Neuland fühlt sich nicht sicher an.
Die Frage ist also nicht:
Wie werde ich Selbstzweifel los?
Frag dich lieber:
Wem gehört diese Stimme wirklich?
Welchem Anteil in mir vermeidet Wachstum?
Woher kenne ich diesen Zweifel?
Was wäre möglich, wenn auch das Gegenteil wahr wäre?
Ist es deine innere Wahrheit oder ist es ein altes Echo, eine alte Stimme oder sogar eine fremde?
Vielleicht geht es also nicht darum, sofort zweifelsfrei zu werden, sondern uns selbst wieder näherzukommen und unserer inneren Wahrheit mehr Raum zu geben als der alten Stimme der Unsicherheit.
Wer wären wir also ohne unsere Selbstzweifel?
Ohne Selbstzweifel wären wir verbunden mit uns selbst, wir wären präsent und würden handeln, obwohl wir noch nicht jede Antwort kennen, heißt:
- Wir würden sprechen, auch wenn unsere Stimme vielleicht leicht zittert.
- Wir würden Entscheidungen treffen, obwohl der Weg sich noch nicht vollständig zeigt.
- Wir würden losgehen, weil wir uns selbst und unserem Weg vetrauen.
- Wir würden vielleicht sogar Fehler machen und daraus lernen… (worst Case 😉)
- Wir würden über die aktuelle Version von uns hinauswachsen.
Vertrauen bedeutet in dem Fall, dass wir Zweifel nicht länger die Führung überlassen. Es ist die bewusste Entscheidung, der eigenen inneren Wahrheit mehr Gewicht zu geben als der alten Stimme der Unsicherheit.
Die Selbstzweifelspirale durchbrechen:
- 1. Beobachte und erkenne den Gedanken ohne ihn zu bewerten
Der erste Schritt ist, den Selbstzweifel als Gedanken zu identifizieren und nicht als Tatsache. Sage innerlich: „Ich bemerke gerade einen Zweifel.“ Allein diese Formulierung schafft Abstand. Du entkoppelst den Gedanken von deiner Identität.
- 2. Prüfe die Herkunft
Frage dich:
Habe ich das schon immer über mich gedacht?
Wann habe ich begonnen, das über mich zu glauben?
War es eine konkrete Erfahrung?
Eine Bewertung von außen? Ein Vergleich?
Viele Selbstzweifel sind übernommene Geschichten – und nicht deine Wahrheiten.
- 3. Formuliere eine Wachstums-Version
Statt den Zweifel zu bekämpfen, erweitere ihn.
„Ich bin noch nicht gut genug“ wird zu „Ich entwickle mich.“
„Ich kann das nicht“ wird zu „Ich lerne, das zu können.“
Es geht hier nicht ums Schönreden, es geht um Entwicklung und innere Bereitschaft zum Wachstum.
- 4. Handle trotz Unsicherheit
Selbstvertrauen entsteht nicht durch Nachdenken – also mach Erfahrung und tue einen kleinen nächsten Schritt. Und der muss nicht perfekt sein, nicht vollständig, gehe den Schritt bewusst. Jeder Art der Handlung unterbricht die Spirale schneller als die Dauerschleifenanalyse. Neue Referenzerfahrungen können gemacht werden.
Hier noch eine kleine Übung für dich: „Die innere Umkehr“
Nimm dir zehn Minuten Zeit und schreibe einen aktuellen Selbstzweifel auf.
Zum Beispiel: „Ich bin nicht bereit…“
Dann beantworte schriftlich folgende Fragen:
- Was genau befürchte ich?
- Was wäre die freundlichste, realistischste Gegenperspektive?
- Welche nächste kleine Handlung könnte ich trotzdem jetzt umsetzen?
Schließe die Übung mit diesem Satz ab:
„Auch wenn ich (gerade noch) zweifle, entscheide ich mich heute für…“
„Auch wenn ich befürchte, dass…, gehe ich mutig den nächsten kleinen Schritt.“
—
Human Design und Astrosophie…
können hier Licht in deinen Schatten bringen und zeigen klar, was dich zurückhält und wo dein Licht liegt. Denn jeder Schatten hat eine Lichseite. Wir bringen Bewegung auf die Achse, Schritt für Schritt.
Vertraust du schon oder zweifelst du noch? 😉